Ginkgo

Synonyme: Elefantenohrbaum, Fächerblattbaum, Ginkgo biloba, Mädchenhaarbaum, Pterophyllus salisburiensis, Salisburia adiantifolia, Salisburia macrophylla, Silberbaum, Tempelbaum
Ginkgo, Elefantenohrbaum, Fächerblattbaum, Ginkgo biloba, Mädchenhaarbaum, Pterophyllus salisburiensis, Salisburia adiantifolia, Salisburia macrophylla, Silberbaum, Tempelbaum

Der Ginkgo gehört zur botanischen Familie der Ginkgoaceae. Er ist ein 30 – 40 Meter hoher Baum, der in Südostasien beheimatet ist und im 18. Jahrhundert nach Europa kam. Die Ginkgopflanzen sind zweihäusig, das heißt die weiblichen und männlichen Blüten kommen auf zwei getrennten Bäumen vor.

Der Ginkgo ist die einzige überlebende Art einer ansonsten ausgestorbenen Pflanzenfamilie. Er wird daher als „lebendes Fossil“ bezeichnet. In China und Japan wird der Ginkgobaum seit vielen Jahrhunderten als Tempelbaum kultiviert und für Heilzwecke genutzt. Seine Samen sind essbar und in Ostasien als Delikatesse geschätzt. Die Blätter des Ginkgobaumes haben einen langen Stiel, sind etwas ledrig, zweilappig und werden von gabelig verlaufenen Blattnerven durchzogen. Arzneilich verwendet werden meist die getrockneten Blätter und selten die Samen des Ginkgo.

Ginkgo: Inhaltsverzeichnis

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Inhaltstoffe und Wirkung

Die Blätter des Ginkgo enthalten neben zahlreichen anderen Inhaltstoffen Flavonglykoside, Proanthocyanidine und Terpenlactone, insbesondere Ginkgolide. Das komplexe Inhaltstoffgemisch des Ginkgo kann durchblutungsfördernd, gefäßerweiternd, schützend für die Nerven (neuroprotektiv) und kreislaufstärkend wirken. Es kann zu einer Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes kommen. Die Konzentrationsfähigkeit, Gedächtnisleistung und das Lernvermögen können gesteigert und eine positive Wirkung auf die Psyche erzielt werden.

Anwendungsgebiete

Die Ginkgo-Blätter können eingesetzt werden gegen unterschiedliche Formen der Demenzerkrankungen, depressive Verstimmungen, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Kopfschmerzen, Tinnitus, geistige und körperliche Ermüdungserscheinungen, Durchblutungsstörungen in den Beinen (Schaufensterkrankheit) und zur Förderung der Durchblutung und Kräftigung des Adersystems. Außerdem kann Ginkgo angewendet werden zur Hemmung der Entwicklung eines Hirnödems und zur Verminderung eines Netzhautödems. In der Homöopathie kann Ginkgo bei Mandelentzündung, Kopfschmerzen und Schreibkrämpfen zum Einsatz kommen. Die Ginkgo-Samen werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin unter anderem angewendet bei Asthma und Nierenerkrankungen.

Dosierung und Anwendung

Ginkgo-Blätter werden nicht als Tee verwendet. Es gibt flüssige und feste Darreichungsformen zum Einnehmen. Die Dosierung ist abhängig von dem jeweiligen Präparat. Die Behandlungsdauer richtet sich nach Art und Schwere der Erkrankung. Bei chronischen Erkrankungen sollte die Behandlung mindestens 8 Wochen betragen und nach etwa 3 Monaten sollte überprüft werden, ob eine Fortführung der Behandlung noch gerechtfertigt ist.

Spezielle Hinweise

Es kann zu leichten Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, oder allergischen Hautreaktionen kommen.

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Weitere Informationen

Übersicht: Alle Heilpflanzen von A bis Z

Quellen/Redaktion

Autor:

Gabriele Becker

Medizinisches Review:

Derzeit in Bearbeitung


Quellen:

Leitfaden Naturheilkunde, 6. Auflage, V. Schmiedel, M. Augustin (Hrsg.), Elsevier Urban & Fischer Verlag, 2012

Das große Buch der Heilpflanzen, Apotheker M. Pahlow, Weltbild

Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen, Karl Hiller, Matthias F. Melzig, Spektrum Akademischer Verlag, 2003