Baldrian

Synonyme: Arznei-Baldrian, Balderbracken, Balderjan, Bullerjan, Dammarg, Dreifuß, Echter Baldrian, Gemeiner Baldrian, Katzenkraut, Mondwurzel, Stinkbaltes, Stinkwurz, Valeriana officinalis, Waldspeik
Baldrian, Arznei-Baldrian, Balderbracken, Balderjan, Bullerjan, Dammarg, Dreifuß, Echter Baldrian, Gemeiner Baldrian, Katzenkraut, Mondwurzel, Stinkbaltes, Stinkwurz, Valeriana officinalis, Waldspeik

Der Baldrian gehört zur botanischen Familie der Baldriangewächse (Valerianaceae).
Baldrian ist eine ausdauernde Pflanze, die in Asien und Europa, hier häufig in Mitteleuropa vorkommt. Er wächst bevorzugt auf feuchtem, stickstoffsalzhaltigem Lehm- und Tonboden, in Gräben, nassen Wäldern, Gebüschen und an Ufern. Die Pflanze kann von 0,3 bis 1,5 Meter groß werden und ist keine einheitlich aussehende Pflanze. Baldrian zeichnet sich aus durch eine große Vielfalt an Formen und Unterarten.

Sie unterscheiden sich zum Beispiel in Blütenfarbe und Anzahl der Fiederblättchen. In der Wirkung sind sie sich aber ähnlich. Blütezeit ist von Juni bis August. Zahlreiche kleine Blüten bilden halbkugelige, dichte Blütenstände, die am Stängelende beziehungsweise am Ende eines Astes sitzen. Die Farbe der Blüten variiert, je nach Pflanze, zwischen weiß und dunkelrosa. Die Fiederblätter besitzen 11 – 23 gezähnte Teilblättchen. Arzneilich wirksam sind die Inhaltstoffe der Wurzel des Baldrians.

Baldrian: Inhaltsverzeichnis

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Inhaltstoffe und Wirkung

Die Baldrianwurzel enthält zahlreiche Inhaltstoffe, unter anderem Valeprotiate, Sesquiterpene, Lignane und ätherisches Öl. Baldrian kann beruhigend, krampflösend (spasmolytisch) und muskelentspannend wirken und die Schlafbereitschaft fördern.

Anwendungsgebiete

Baldrian kann angewendet werden gegen Unruhezustände und nervös bedingte Einschlafstörungen. Außerdem kann er bei nervös bedingten, krampfartigen Schmerzen im Magen-Darm-Trakt und bei nervösem Herzklopfen wirken.

Dosierung und Anwendung

Baldrian kann innerlich und äußerlich angewendet werden. Es kann die frische, oder bei unter 40 ° C schonend getrocknete Wurzel verwendet werden.

Baldrianpräparate gibt es in unterschiedlichsten Darreichungsformen. Neben Baldriantee, -wein, -presssaft, -kapseln,
-tabletten, -tinktur und -öl sind unterschiedliche Badezusätze auf dem Markt.

Ein Baldriantee kann zum Beispiel folgendermaßen hergestellt werden. 2 Teelöffel zerkleinerte Baldrianwurzeln werden mit ¼ Liter kaltem Wasser übergossen und 10 bis 12 Stunden stehen gelassen. Der Ansatz kann in diesem Zeitraum hin und wieder umgerührt werden. Nach dieser Zeit wird der Tee abgeseiht. 2 bis 3-mal täglich kann 1 Tasse Tee bei Bedarf getrunken werden. Homöopathisch kann Baldrian unter anderem gegen Nervenschwäche (Neurasthenie), Schlaflosigkeit, Angstgefühl, Kopfschmerzen, nervöse Herzbeschwerden und Beschwerden in den Wechseljahren (Klimakterium) zum Einsatz kommen.

Spezielle Hinweise

Baldrian gilt als kaum giftig. Durch die örtlichen Rassen bedingt, kann es starke Schwankungen der Inhaltstoffe geben und die Wirkung kann zwischen ungiftig und wenig giftig liegen. Daher sollten bevorzugt Fertigpräparate verwendet werden. Bei zu niedriger Dosierung kann es zu einer gegenteiligen (paradoxen) Reaktion kommen, zum Beispiel Nervosität. Bei Einhaltung der vorgeschriebenen Dosierung sind keine Nebenwirkungen bekannt.

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Weitere Informationen

Übersicht: Alle Heilpflanzen von A bis Z

Quellen/Redaktion

Autor:

Gabriele Becker

Medizinisches Review:

Derzeit in Bearbeitung


Quellen:

Der große BLV Pflanzenführer, Dr. Thomas Schauer, Claus Caspari, BLV Verlagsgesellschaft mbH, München 2001

Das große Buch der Heilpflanzen, Apotheker M. Pahlow, Weltbild

Giftpflanzen Pflanzengifte, 4. Auflage, Herausgeber Dr. rer. nat. Lutz Roth, Nikol Verlagsgesellschaft, 2006

Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen, Karl Hiller, Matthias F. Melzig, Spektrum Akademischer Verlag, 2003

Was blüht denn da? 56. Auflage, C. Aichele, M. Golte-Bechtle, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH, Stuttgart 1997

Leitfaden Naturheilkunde, 6. Auflage, V. Schmiedel, M. Augustin (Hrsg.),

Elsevier Urban & Fischer Verlag, 2012