Cerclage

Synonyme: Zerklage, Zervixcerclage
Cerclage, Zerklage, Zervixcerclage

Das Wort Cerclage kommt aus dem Französischen und bedeutet Umschlingung. Die Cerclage ist eine Therapiemaßnahme, die bei Schwangeren zum Verschluss einer frühzeitigen Öffnung des Muttermundes angewendet wird und ein durch die Öffnung erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt verringern kann.

Der Muttermund liegt zwischen Gebärmutter und Scheide im Gebärmutterhals (Zervix), sollte während der Schwangerschaft verschlossen sein, hält das Kind in der Fruchtblase in seiner Position und beugt dadurch einem Vorfall der Fruchtblase (Fruchtblasenprolaps) in Richtung des Gebärmutterhalses vor. Zudem schützt er das heranwachsende Kind vor von der Scheide zur Gebärmutter aufsteigenden Krankheitserregern. Daher ist die Öffnung des Muttermundes erst mit einsetzender Wehentätigkeit zum Geburtsbeginn erwünscht.

Cerclage: Inhaltsverzeichnis

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Vorgehen / Durchführung / Anleitung

Eine Cerclage darf nur dann gelegt werden, wenn bei der Patientin kein Befall mit Bakterien oder anderen Krankheitserregern (Infektion) nachgewiesen werden kann. Daher muss zunächst eine Untersuchung der Entzündungswerte im Blut (Leukozyten, CRP) sowie ein Abstrich des Gebärmutterhalskanals auf Bakterien erfolgen. Sind beide Untersuchungen unauffällig, darf die Behandlung durchgeführt werden. Vor der Durchführung sollte die Scheide der Patientin gründlich gesäubert werden (Desinfektion). Der Eingriff erfolgt unter rückenmarksnaher Betäubung des Operationsgebietes, wobei das Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) entweder direkt in den Rückenmarkskanal (Spinalanästhesie) oder zwischen die das Rückenmark umgebenden Hirnhäute (Periduralanästhesie) eingespritzt wird. Mithilfe einer Tabaksbeutelnaht wird der Muttermund verschlossen. Dabei wird ein Faden schlingenartig entlang der Öffnung durch die verschiedenen Schichten des Gebärmutterhalses genäht und kann nach einer vollständigen Umschlingung der Öffnung zusammengezogen und verknotet werden. Dadurch wird die Öffnung verschlossen. Der hierbei verwendete Faden besteht aus einem Material, welches sich nicht auflöst (nicht resorbierbar). Das bedeutet, dass der Faden vor dem Geburtsbeginn, spätestens in der 36. Schwangerschaftswoche, wieder entfernt werden muss. Treten schon zu einem früheren Zeitpunkt Wehen auf, sollte im Einzelfall entschieden werden, wann die Cerclage entfernt werden muss.

Anwendungsgebiete

Eine Cerclage wird verwendet, um einen frühzeitig eröffneten Muttermund vor der 28. Schwangerschaftswoche wieder zu verschließen und damit das Risiko für eine Frühgeburt zu verringern (therapeutische Cerclage). Des Weiteren wird die Möglichkeit einer vorbeugenden Cerclage (prophylaktische Cerclage) bei Patientinnen mit Mehrlingsschwangerschaften oder mit vorherigen späten Fehlgeburten (Spätaborte ab der 13. Schwangerschaftswoche) diskutiert, um eine größere Stabilität des Muttermundes während der Schwangerschaft zu erreichen.

Risiken und Folgen von Cerclage

Durch den Eingriff kann es zu einer Verletzung der Fruchtblase und damit zu einem Blasensprung vor dem Einsetzen der Geburtswehen (vorzeitiger Blasensprung) kommen. Hierdurch würde das Risiko für eine Frühgeburt deutlich ansteigen. Außerdem können durch die Operation Wehen ausgelöst werden, weshalb der Eingriff unter Gabe von wehenhemmenden Medikamenten (Tokolyse) durchgeführt werden sollte. Ein weiteres Risiko liegt in der Übertragung von Krankheitserregern. Dem kann durch die Gabe von entsprechenden Medikamenten (Antibiotika) vorgebeugt werden.

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Weitere Informationen

Übersicht: Schwangerschaft von A bis Z

Quellen/Redaktion

Autor:

Eva Pardey

Medizinisches Review:

Derzeit in Bearbeitung


Quellen:

K. Goerke, J. Steller, A. Valet: „Klinikleitfaden Gynäkologie und Geburtshilfe“, Urban & Fischer, 8. Auflage, 2013

R. Gätje, C. Eberle, C. Scholz: „Kurzlehrbuch Gynäkologie und Geburtshilfe“, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2011

B. Uhl: „OP-Manual Gynäkologie und Geburtshilfe“, Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2013