Spielsucht

Synonyme: Glücksspielsucht, Pathologisches Glücksspiel, Pathologisches Spielen, Zwanghaftes Spielen
Spielsucht, Glücksspielsucht, Pathologisches Glücksspiel, Pathologisches Spielen, Zwanghaftes Spielen

Eine Glücksspielsucht beschreibt eine Suchterkrankungen, bei der die Betroffenen nicht auf das Glücksspiel verzichten können, auch wenn es bereits zum Auftreten finanzieller und persönlicher Probleme gekommen ist.

Es sind häufiger Männer betroffen. Oft geht der Suchterkrankung ein traumatisches Lebensereignis voraus, wie beispielsweise der Verlust eines Angehörigen oder des Jobs oder Konfliktsituationen in der Familie und im Beruf. Das Glücksspiel bewirkt eine Verdrängung der krisenhaften Themen und löst ein Glücksgefühl aus, was der Betroffene wiederholt erleben möchte und so in die Abhängigkeit gerät. Oft gerät er im Verlauf in eine finanzielle Notlage und verliert im Zuge der fortschreitenden Spielsucht seine Familie und seinen Beruf. Therapeutisch kommt Psychotherapie über einen längeren Zeitraum, mit zusätzlichen Gruppensitzungen, zum Einsatz. Um einem Rückfall vorzubeugen scheint es sinnvoll, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen.

Spielsucht: Inhaltsverzeichnis

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Ursachen Spielsucht

Der Entstehung einer Glücksspielsucht kann ein traumatisches Ereignis vorausgehen. Der Verlust eines Elternteils in der Kindheit, Suchtproblematiken im engeren Umfeld oder Kriegserfahrungen. Oft können im Nachhinein Lebenskrisen als Auslöser der Spielsucht ausgemacht werden. Das kann beispielsweise der Verlust des Arbeitsplatzes sein, eine Trennung oder der Tod eines nahen Angehörigen. Beim Glücksspiel erfahren die Betroffenen eine Ablenkung von den belastenden Themen und erleben einen positiven Bewusstseinszustand, der durch wiederholtes Spielen erneut herbeigeführt werden soll und so in eine Sucht führt.

Symptome und Anzeichen

Das Glücksspiel wird zum zentralen Lebensinhalt. Der Einsatz beim Spielen muss dabei immer weiter erhöht werden, um die gleiche Erregung zu erfahren. Beim Versuch, dass Spielen aufzugeben, kommt es zu Gereiztheit, Nervosität und Unruhe. Oft verstricken die Betroffenen sich zunehmend in Lügen ihren Angehörigen oder Therapeuten gegenüber, um das Glücksspiel fortführen zu können. Um das Glücksspiel finanzieren zu können, kommt es zu kriminellen Handlungen, wie Diebstahl oder Betrug. Oft erfahren die Betroffenen eine Abwendung oder Trennung vom Partner oder von anderen Angehörigen und einen Verlust des Arbeitsplatzes.

Diagnose

Für die Diagnostik eines Spielsucht gibt es Fragebögen, die von dem Betroffenen ausgefüllt werden und Aufschluss über seine Abhängigkeit geben. Um die Diagnose eine Glücksspielsucht zu stellen, muss ein anhaltendes zwanghaftes und schädigendes Verhalten vorliegen.

Differentialdiagnose

Dissoziale Persönlichkeitsstörung, Spielen im Rahmen eines Manie, professionelles Spielen.

Therapie und Behandlung

Die Therapie kann von Zuhause aus (ambulante Therapie) oder stationär erfolgen. Es wird eine intensive Psychotherapie durchgeführt, mit begleitenden Gruppensitzungen, um eine Selbstkontrolle aufzubauen. Zeigt dies Erfolg, wird eine, bis zu einem Jahr dauernde, Psychotherapie angeschlossen, um das neu erlernte Verhalten zu festigen und die Hintergründe und Ursachen für die Sucht zu erkennen und zu verstehen. Für eine langfristige Aufgabe der Spielsucht scheint es sinnvoll, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen.

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Quellen/Redaktion

Autor:

Charlotte Seevers

Medizinisches Review:

Derzeit in Bearbeitung


Quellen:

Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln

Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch, De Gruyter, Berlin