FSME-Impfung (Zeckenimpfung)

Synonyme: Zeckenimpfung
FSME-Impfung, Zeckenimpfung

Zecken sind Überträger gefährlicher Erkrankungen. Eine davon ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Dabei handelt es sich um eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute. Ausgelöst wird sie durch ein Virus, der sich beim Biss einer infizierten Zecke auf den Menschen überträgt, über die Blutbahn in den Kopf gelangt und dort die Entzündung auslöst.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Ein großer Anteil der Infektionen verläuft ohne Krankheitserscheinungen und heilt folgenlos aus. Bei Beteiligung des Gehirns allerdings kann es zu Kopfschmerzen, Lähmungen oder Epilepsie kommen, welche sich aber in den meisten Fällen wieder komplett zurückbilden. In seltenen Fällen kann die Erkrankung jedoch zum Tode führen. Da es bis heute keine spezifische Therapie für die FSME gibt, stellt die aktive Impfung mit einem inaktivierten Erreger eine gute Möglichkeit dar, der Erkrankung vorzubeugen. Andere Krankheiten, die ebenfalls durch Zecken übertragen werden, wie zum Beispiel die Borreliose, lassen sich damit nicht verhüten. Deshalb ist bei Wanderungen in den Risikogebieten Süddeutschlands oder bei Auslandsreisen in FSME-Gebiete ein Schutz vor Zeckenbissen durch lange Kleidung und Anti-Zecken-Mittel ratsam. Ebenso ein konsequentes Absuchen und Entfernen von Zecken am Körper, wobei ein Drücken auf den vollgesaugten Zecken-Körper vermieden werden sollte.

FSME-Impfung (Zeckenimpfung): Inhaltsverzeichnis

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Vorgehen / Durchführung / Anleitung

Die Impfung wird in aller Regel in den Oberarm injiziert. Damit ein kompletter Impfschutz vorliegt sind drei Impfungen notwendig. Der Abstand zwischen der ersten und der zweiten sollte 1 – 3 Monate betragen. Zwischen der zweiten und dritten Impfung liegen je nach Hersteller 5 – 12 bzw. 9 – 12 Monate. Der Schutz vor FSME hält nach diesen drei Grundimmunisierungen für 3 Jahre an und kann dann mit einer Auffrischimpfung jeweils um drei Jahre verlängert werden.

Anwendungsgebiete

Eine Impfempfehlung wird von der ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts für alle Bürger ausgesprochen, die in Risikogebieten für FSME wohnen und mit Zecken in Berührung kommen können. Dazu gehören insbesondere Personen, die beruflich gefährdet sind wie zum Beispiel Forstarbeiter. Auch Kinder, die in Risikogebieten regelmäßig im Freien spielen sind einer erhöhten Gefahr von FSME ausgesetzt und können bereits vor dem dritten Lebensjahr geimpft werden. Risikogebiete in Deutschland befinden sich nahezu ausschließlich in Süddeutschland. Da somit jeder Bürger einem unterschiedlichen Risiko für FSME ausgesetzt ist, lohnt sich die individuelle medizinische Impfberatung. Bei Auslandsreisen in ein FSME-Gebiet wird ebenfalls eine FSME-Impfung empfohlen, worüber bei einer reisemedizinischen Beratung gesprochen werden sollte.

Risiken und Folgen von FSME-Impfung (Zeckenimpfung)

In den ersten vier Tagen nach der Impfung können häufig allgemeine Symptome wie leichtes Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit oder Magen-Darm-Beschwerden sowie Muskel- und Gelenkschmerzen auftreten. Am häufigsten ist eine Rötung und Schmerzen an der Einstichstelle. Diese wieder verschwindenden Reaktionen treten vor allem nach der ersten Impfung auf und werden bei weiteren Injektionen seltener. Bei Kindern unter drei Jahren kommt es häufiger zu Fieber, weshalb bis zum Alter von drei Jahren eine Impfung sorgfältig abgewogen werden sollte. Für die FSME-Impfung wurde keine schwerwiegenden oder lebensbedrohlichen Nebenwirkungen in verschiedenen Studien beschrieben.

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Übersicht: Alle Impfungen von A bis Z

Quellen/Redaktion

Autor:

Jeremias Götschke

Medizinisches Review:

Derzeit in Bearbeitung


Quellen:

Keine Quellenangaben